Page3              Das Reb- und Obstjahr 2010

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Das Rebjahr 2010 (Text von Ernst Trefzer aus dem Jahresbericht des Weinbauverein Triesen)

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass trotz eines sehr schwierigen Jahres noch eine sehr gute Traubenqualität geerntet werden konnte. Das Rebjahr hat gezeigt, dass sich die Natur nicht programmieren lässt. Dieses Jahr gab es grössere Unterschiede der Oechslewerte bei der Ernte, nicht jeder Rebberg erreichte die Oechslewerte die an der Traubenschau gemessen wurden. Trotzdem gab es mehrmals Werte über 90 Oechsle. Die Nächte vor der Ernte waren kalt, Frost gab es aber keinen. Es kann mit einem guten Jahrgang gerechnet werden.

Der Austrieb der Reben bagann um den 20. April. Die Blühte erfolgte ab der 2. Junihälfte. Die Trauben waren teils verrieselt. Wir hatten Glück mit dem Falschen Mehltau und anderen Krankheiten. Fast das ganze Rebjahr lang, musste mit dem Falschen Mehltau gerechnet werden , der Infektionsdruck war sehr stark. In der Bündner Herrschaft gab es Winzer die Ernte-Einbussen beim Blauburgunder bis zu 80 % hatten (falsche Spritztermine). Echter Mehltau war kein Problem Der Farbumschlag erfolgte ab ca. 20. August. Die Ernte der Mitglieder die bei Ritter keltern, erfolgte am 19. Oktober, andere Winzer ernteten später.

Januar:   Es war der kälteste Januar seit 20 Jahren, trocken und wenig Niederschlag. Die Temperaturen erreichten zwar keine extrem tiefen Werte, blieben aber während eines Teil des Monats unterdurchschnittlich. Es gab viele Eistage (Tageshöchsttemperatur unter 0 Grad). Herrliches  Winterwetter herrschte am 23. Januar.  Mehrmals gab es Neuschnee, wenn auch eher kleine Mengen, besonders am 28+29 Januar.

Februar: Anfang Monat gab es extrem tiefe Temperaturen, danach wurde es milder, bis wieder vom 10 – 16 kaltes Winterwetter einsetzte. In den Alpen fiel teils weniger als die Hälfte der normalen Niederschläge. Bis jetzt waren die Niederschläge im 2010 sehr bescheiden.

März:  In der ersten Märzhälfte war es kalt und es gab eine Bise. Ein Hoch brachte vom 12 – 14 März viel Sonne. Warmes Frühlingswetter gab es vom 18. – 25. März, es gab Tempertaturen bis 20 Grad. Eine niederschlagsreiche letzte Märzwoche gab es dann Ende März. Die kühlen Tage verzögerten den Austrieb der Reben.

April: Der April war sonnenreich, obwohl er kalt begann. Vom 11-15 lag ein Tief über dem Alpenraum, welches aus kalter und teils feuchter Luft bestand. Am 29 zeigten die Wetterstationen höchste Werte, zwischen 26 und 29 Grad.

Mai: Der Mai war weiterhin ausserordentlich trüb und nass. In der Deutschschweiz gab es weniger als 2 Drittel der normalen Besonnung. Die erste Maihälfte brachte kühles und ungewöhnlich trübes Wetter. Die Temperaturen lagen 1.5 bis 2 Grad unter dem Mittel. Am 3. Mai sank das Thermometer bis auf 1 Grad. Es gab wenig trockene Tage. Über Pfingsten vom 22-24 gab es dann doch noch ein Hochdruckgebiet mit sommerlichem Wetter. Gegen Ende des Monats wurde es aber schon wieder unbeständig.

Juni: Der Juni begann auch kühl und regnerisch. Am 4 war es dann wieder sonnig, danach wurde es föhnig. Mit dem Föhnende am 12. gab es wieder trübes Wetter, das bis zum 22 anhielt. Die Schneefallgrenze sank bis auf 1500 Meter. Im letzten Monatsdrittel war wieder ein Hochdruckgebiet Wetter bestimmend. Die Sonne schien fast ungestört und es gab hochsommerliche Temperaturen.

Juli: Bis zum 16 herrschte hochsommerliches und sonnenreiches Wetter. Es gab Werte über 30 Grad. Gewitter gab es auch. Am 12. Juli hagelte es in Mels sehr stark, die Reben wurden schwer beschädigt. Wir kamen auch dieses Jahr ohne Hagel davon.  Das Monatsende war wieder kalt und nass.

August: Wiederholt regnete es im August, viel Regen fiel vom 11 – 16 August. Ende August wurde es nochmals warm und schön, aber am 30 August schneite es schon wieder auf 2000 Meter herunter.

September: Der Sept. präsentierte sich von Beginn an herbstlich und kühl. Vom 19-23 Sept. sorgte ein Hoch nochmals für sonniges und angenehm warmes Wetter. Am 24 kam es zu einem Wetterumschwung, die Schneefallgrenze sank auf 1500 Meter.

Oktober: Der Oktober war auch zu kalt. Es gab zwar schönes Wetter, aber vielfach erst ab 800 Höhenmeter, zäher Hochnebel herrschte. Unten war es grau, oben blau. Am 22 waren die Nachttemperaturen um ca. 2 Grad. Beim wimmeln am 23 gab es am Morgen einen kleinen Reifen. Es wurde aber ein schöner Tag, und als die Sonne kam, wurde es gleich warm. Die folgenden Tage gab es wieder Hochnebel und schlechteres Wetter. Am 25 Oktober schneite es wieder bis ca. 1200 Meter runter.

November: Der Monat begann mit mildem Herbstwetter. Sehr schönes und warmes Wetter herrschte an der Kelbi am 13. November, dank Föhndruck. Gegen Ende des Monats wurde es winterlich kalt und es schneite bis ins Tal.

 

Anfang Januar: Im Augenblick ist es ruhig in unseren Wingerten. Die Hauptarbeit geschieht jetzt im Keller.

 

Ab Mitte Januar werden die Reben vorgeschnitten, defekte Zäune ersetzt, die Obstbäume geschnitten, einige Natursteinmauern geflickt und anschliessend die Anlagen alle wieder instand gesetzt.

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17.Februar: Silvy, Yvonne, Pascal, Samuel und Göpf im Wingert Hansmarti

Zaun reparieren, Ausholzen, Rebschnitt

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25.Februar: Andreas und Norbert schneiden die Apfelbäume im Hansmarti

 

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30.März: Alle Reben aufgebunden und Rebholz gemulcht

25.April: Löwenzahn im Pinot blanc Wingert

webApril 25

 

8.Mai: Alle Wingerten gemäht, in jeder zweiten Reihe als Futter für die nützlichen Raubmilben einen Streifen blühende Pflanzen belassen

 

mai 8

Zu Raubmilben: Raubmilben im Weinbau

Stand der Reben im Wingert Hansmarti am 30.Mai:

Die Reben sind gesund und trotz dem nasskalten Wetter einigermassen gut gewachsen.

Der Vegetationsrückstand gegenüber letztem Jahr beträgt aber ca. 12 Tage.

 

27.Juni: Ernte der ersten Beeren und anstrengender Wassertransport durch Samuel im Hansmarti

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8.August

Die Witterung war und ist weiterhin sehr wechselhaft. Während der Blüte zeigte das Thermometer Tiefstwerte von rund 7 °C an. Gegen Mitte Juli stieg die Temperatur teilweise bis zu 35 °C an. Anschliessend folgten starke Niederschlagsmengen und kalte Temperaturen, wir sahen gegen Ende Juli schon Schnee auf den Bergspitzen.

Die Trauben haben sehr unterschiedlich verblüht, die Gescheine sind teilweise etwas verrieselt. Allerdings fällt auf, dass die Unterschiede von Rebstock zu Rebstock, aber auch auf demselben Stock recht gross sind.

In der schweizerischen Nachbarschaft in Mels haben starke Hagelschläge viele Trauben vernichtet, wir sind zum Glück bis jetzt vom Hagel verschont worden.

In der Bündner Herrschaft hat in einigen Rebparzellen der falsche Mehltau so grossen Schaden angerichtet, dass dort dann nur noch sehr wenig geerntet werden kann. Auch mit den Rebkrankheiten haben wir Glück, die Reben sind bis jetzt gesund aber haben einen Vegetationsrückstand von ca. 12 Tagen.      

Unsere momentane Arbeit in den Wingerten:   Ertragsregulierung durch Ausschneiden von Trauben um schlussendlich bei der Ernte eine Traubenmenge von ca. 600gr pro m2 zu erreichen (grüne Ernte).                   

 

24.September

Pinot noir: gesunde Trauben, teilweise etwas verrieselt. Ca. 80 – 84 Grad Öchsle. Es braucht also noch etwa 20 Sonnentage bis zur Ernte mit etwa 100 Grad Öchsle.

Pinot blanc: grosse, gesunde Trauben. Ca. 76 – 80 Grad Öchsle.   

 

Äpfel: Einige Sorten sind gross und wir sind am ernten (z.B. der Boskoop wurde schon eingelagert), andere Sorten werden heuer nicht viel bringen. Die Glockenäpfel zeigen sich schön, sind aber noch nicht reif.

 

10.Oktober: Trauben im Wingert Röser

 

okt 10

 

Wimmeln

15.Oktober:   Im Wingert Poska werden die Blauburgundertrauben für den Schaumwein gewimmelt

19.Oktober:   Wir wimmeln den Weissburgunder

23.Oktober:   Wimmeln der Blauburgundertrauben im Wingert Röser

30.Oktober:   Wimmeln der Blauburgundertrauben im Wingert Hansmarti

 

Zur Ernte: Angenehm überrascht!

Dieses Jahr war die Arbeit im Wingert besonders schwierig. Viele Regentage und auch kühles Wetter haben den Sommer verkürzt. Mit gemischten Gefühlen beobachteten wir die Reben, doch die Trauben sowie das Laub waren erfreulicherweise bis zur Ernte gut und gesund.

So konnten wir eine kleinere Ernte als in den vergangenen Jahren, aber schönes Traubengut mit überraschend vielen Öchsle und gutem Reifegrad wimmeln.

Wegen der kleinen Ernte müssen wir aber dieses Jahr auf die Produktion von unserem Federweissen verzichten.

Unsere Weine, vom Schaumwein, Pinot blanc, (leider kein Federweiss), bis zum Blauburgunder aus dem Stahltank und aus dem Barrique versprechen auch von diesem Jahr viel Freude im Glas.

 

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27.Dezember:  Silvy, Pascal und Samuel beim Vorschneiden im Wingert Halde

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